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Stefan Lano

Stefan Lano, der von 2005 bis 2008 Chefdirigenten des Teatro Colòn in Buenos Aires war, begann seine Dirigenten-Karriere, nachdem er bereits Erfahrungen als Komponist und Korrepetitor an der Wiener Staatsoper gesammelt hatte. Die Uraufführung seiner Sinfonie No. 1 1976 beim Newport Music Festival vermittelte ihm erste Erfahrungen im symphonischen Genre sowohl als Komponist als auch als Dirigent. Nachdem er seine Studien in Komposition und Biologie am Oberlin Conservatory of Music and Biology abgeschlossen hatte, gewann er ein Vollstipendium an der Harvard University, wo er einen PhD in Komposition und Musiktheorie erhielt. Er hat u.a. folgende Preise für seine Kompositionen erhalten: BMI Award in Komposition für seine Sinfonie No. 1, den National Society of Arts and Letters First Prize für sein Concerto for Piano and Wind Orchestra und einen American Music Center Composition Grant der Rockefeller Stiftung. 1977 erhielt Stefan Lano ein Fulbright Stipendium für Kompositions-Studien mit Isang Yun in Berlin, unter dessen Tutorentum er seine Sinfonie No. 2 (Grodek) komponierte. Im Anschluss daran wurde er als Korrepetitor an das Opernhaus Graz engagiert.

1982 holte ihn Lorin Maazel an die Wiener Staatsoper, der er viele Jahr lang als Ensemblemitglied verbunden blieb. In dieser Zeit arbeitete er bei den Salzburger Festspielen, dem Teatro alla Scala Milano und dem Teatro Liceu Barcelona. 1988 wurde er zum Associate Conductor des Pittsburgh Symphony Orchestra und Music Director of the Pittsburgh Youth Symphony Orchestra ernannt.

Seit seiner Rückkehr nach Europa im Jahr 1991 trat er mit einem weitgespannten Repertoire an verschiedenen großen Musikzentren auf: Turandot an der Hamburgischen Staatsoper und dem Litauischen National Theater Vilnius; Opern von Wolfgan Rihm: Jakob Lenz in Bonn und Die Eroberung vom Mexiko in Nürnberg. Die Uraufführung von Mayako Kubos Rashomon in Graz, die vom österreichischen Rundfunk auf CD herausgegeben wurde; Le Nozze di Figaro und La Bohème, beide in Basel und München; sowie von der Kritik hochgelobte Produktionen von The Rake’s Progress, Elektra und Jenufa in Basel.

Auf dem Konzertpodium hat Stefan Lano u.a. mit folgenden Orchestern gearbeitet: Pittsburgh Symphony Orchestra, Montreal Symphony Orchestra, Yomiuri Nippon Symphony, Basler Symphoniker, Nürnberger Philharmoniker und Nürnberger Symphoniker, Orchester des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Orquestra de ciudad de Rio de Janeiro, Sinfonica Nacional de Chile, Orquestra Filarmonica de Santiago de Chile, Slovak Sinfonietta, das Litauische National Philharmonic Orchestra und das Staatliche Orchester Griechenlands. Zudem ist er regulärer Gast bei dem Buenos Aires Philharmonic Orchestra, dem Teatro Colón und dem Teatro Argentino.

Stefan Lano wurde eingeladen, die Spielzeit von 1993 des Teatro Colón in Buenos Aires mit der südamerikanische Erstaufführung der vollständigen Version von Alban Bergs Lulu zu eröffnen. Die Presse nannte diese Produktion eine der bedeutendsten und signifikantesten in der Geschichte des Teator Colón. Seitdem war Stefan Lano regelmäßiger Gast in Buenos Aires, mit Wozzeck und Herzog Blaubarts Burg 1995, L’amour des trois oranges 1998, Korngolds Die Tote Stadt und Strauss’ Salome 1999. Am Ende der Spielzeit 1998/1999 erhielt er die Auszeichnung ‘Bester Ausländischer Dirigent’ der Gesellschaft Argentinischer Musikkritiker.

Stefan Lano gab 1997 sein Debüt an der Metropolitan Opera mit The Rake’s Progress. Dort bereitete er auch die Produktion von Arnold Schönbergs Moses und Aaron vor. Daran schlossen sich Engagements an der San Francisco Opera mit Lulu, St. Louis Opera mit Le Nozze di Figaro, Salome an der Cincinnati Opera und eine Wiedereinladung nach San Francisco für Douglas Moores The Ballad of Baby Doe im Jahr 2000. In der Spielzeit 2000/01 dirigierte er Neuproduktionen von Turandot am Teatro Argentino und The Rake’s Progress am Teatro Colón.

Die Spielzeit 2001/02 brachte das Debüt bei dem Montreal Symphony Orchestra mit von der Kritik hochgelobten konzertanten Aufführung von Wozzeck. Diese Konzerte erhielten einen OPUS Award als ‘Bestes Konzert des Jahres’ von dem Conseil quebecois de la musique. Im Juni 2002 kehrte Stefan Lano an die Cincinnati Opera für Jake Heggies Dead Man Walking zurück und nach Santiago de Chile für ein Konzert mit Beethovens II. Symphonie und Schostakovitsch’ XI. Symphonie. Er beendete die Spielzeit 2001/02 des Teatro Colón mit konzertanten Aufführung von Hector Berlioz’ La Damnation de Faust, gefolgt von einem reinen Beethoven-Programm in Griechenland mit dem Chamber Orchestra of Athens in einem Benefizkonzert für die José Carreras Stiftung in Athen.

Die Spielzeit 2003/03 begann er mit einer Reihe von Konzerten mit dem Orchestra of the Escuela Superior de Musica Reina Sophia in Madrid. Daran schlossen sich Wiedereinladungen in Montreal, Thessaloniki, Athen, Vilnius und Buenos Aires an. Mit dem Ensemble und Chor des Savonlinna Festivals dirigierte er 2004 eine konzertante Aufführung von Turandot mit dem Singapore Symphony Orchestra an der Esplanade der Bucht in Singapur.

Über die Jahre hat Stefan Lano seine Kompositionstätigkeit fortgeführt. Seine Variations at Five wurden von Mitgliedern der Wiener Philharmonikern aufgenommen. 2001 beendete er seine Sinfonie No. 3 (Sinfonia - Eikasia). Im Dezember 2004 dirigierte Stefan Lano die Uraufführung seines Werkes mit dem Litauischen Nationalen Philharmonischen Orchester.

2005 war Stefan Lano hauptsächlich in Amerika tätig. Dort dirigierte er zwei Uraufführungen: Mark Adamos Lysistrata an der Houston Grand Opera und Richard Danielpours Margaret Garner in Koproduktionen mit dem Michigan Opera Theater, Cincinnati Opera und The Opera Company of Philadelphia. Im Oktober/November 2005 dirigierte Stefan Lano George Gershwins Porgy and Bess an der Atlanta Opera sowie Capriccio am Teatro Colón.

Dazu kamen die Rückkehr zum Lithuanian National Philharmonic, Chamber Orchestra of Lithuania und Produktionen an dem National Opera Theatre of Lithuania in Vilnius sowie Richard Strauss' Salome am Michigan Opera Theatre  2006 und George Gershwins Porgy and Bess an der Opera Company of Philadelphia 2007.

Im April 2007 gab er mit Jake Heggis Dead Man Walking sein Debüt an der Semperoper Dresden. Er wurde sofort für die Wiederaufnahme in der Spielzeit 2008/09 sowie eine Neuproduktion von Hans Werner Henzes L’Upupa eingeladen, die ihre Premiere am 1. Juni 2009 hatte. Seitdem dirigierte er dort auch Boris Godunov und wird in der Spielzeit 2011/12 dorthin für die Wiederaufnahme von Dead Man Walking zurück kehren. Außerdem dirigierte er 2007 erstmalig die  Dortmunder Philharmoniker und kehrte an die Opera Company of Philadelphia und Cincinnati Opera zurück. Im September und Oktober 2009 dirigierte er Tosca an der Hamburgischen Staatsoper.

2011 wird er neben zahlreichen Konzerten in Bratislava Boris Godunov und am Argentino Eugen Onegin dirigieren.

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