Giulio Alvise Caselli wurde im norditalienischen Ferrara geboren. Er begann seine musikalische Ausbildung als Geiger am Konservatorium in seiner Heimatstadt und nahm Gesangunterricht bei seiner Mutter, der Sopranistin und Gesangspädagogin, Maria Gabriella Munari. Zusätzlich studierte er Germanistik und Sprachwissenschaften an der Universität von Ferrara.
2002 trat er der Hochschule für Musik und Theater in München bei und studierte bei Wolfgang Brendel und Sylvia Greenberg. 2005 absolvierte er mit einem Operndiplom. Anschliessend nahm er an der Oper Meisterklasse und Liedklasse bei Helmut Deutsch teil. Zusätzlich absolvierte er verschiedene Kurse und Workshops, unter anderem bei Mirella Freni, Thomas Hampson, Luciana Serra, Carmen Anhorn-Sieb, Stelia Doz, Guido Salvetti und Franco Fussi.
Seine erste Erfahrungen auf der Opernbühne erfuhr Guilio Alvise 1998 am Teatro Comunale in Modena wo er als Tom in Britten’s The little Sweep und als Pasquariello in Don Giovanni von Giuseppe Gazzaniga. Zu seinen ersten Auftritten gehören auch der Vater in Humperdincks Hänsel und Gretel sowie der Tony in Bernsteins West side story.
2002 wurde er Mitglied der Bayerischen Theaterakademie im Münchner Prinzregententheater; dort sang er u.a. den Minotaurus in Ariadne von Bohuslav Martinù, den Anchise in La Didone von Francesco Cavalli, den Roi Ajax in La belle Hélène von Jacques Offenbach und den Starveling in Brittens A Midsummernight’s Dream. Im Münchner Carl Orff Auditorium spielte er den Fieramosca in Benvenuto Cellini von Hector Berlioz.
In einer Koproduktion des Lissaboner Teatro Saô Carlos mit dem Teatro Comunale in Ferrara wirkte er 2005 in Ariadne auf Naxos von Richard Strauss mit. Anschließend spielte er in mehreren italienischen Opernhäusern und live auf RadioTre RAI den Ned Keene in Cesare Lievis Inszenierung von Brittens Peter Grimes, in dem er einen persönlichen Kritik- und Publikumserfolg erlangte. Im Rahmen der Mozart-Festwochen der Bayerischen Staatsoper stand er im Januar 2006 erneut auf der Bühne des Prinzregententheaters als Nardo in Mozarts Gärtnerin aus Liebe; diese Partie sang er außerdem als Gast im Main-Franken Theater Würzburg, in Aschaffenburg und in Ingolstadt.
Im Mai 2006 gastierte er in einer Produktion des Salzburger Mozarteums in der Titelpartie von Mozarts Don Giovanni.
Von 2006/07 bis 2008/09 gehörte Giulio Alvise Caselli zum festen Ensemble des Theaters Dortmund. Auf dieser Bühne debütierte er als Figaro in Il barbiere di Siviglia unter der Leitung von Arthur Fagen. In derselben Produktion wirkte er auch als Fiorello mit. Außerdem trat er als Moralès in Carmen, Schlemihl in Les Contes d’Hoffmann und Achilles in Die schöne Helena von Jacques Offenbach auf. Als Marullo nahm er an Christine Mielitz’ Inszenierung von Rigoletto teil. Im März 2007 stand er auf der Bühne des Berliner Konzerthauses als Papageno in einer halbszenischen Aufführung der Zauberflöte unter dem Dirigat von Leo Siberski. In der gleichen Rolle trat er am Teatro Coccia in Novara auf.
Giulio Alvise Caselli ist ebenfalls im Konzertbereich tätig. Er sang u.a. die Messe KV 258 von W.A.Mozart im Dom von Modena, die Missa in Tempore Belli von Joseph Haydn in der Sankt-Emmeran-Kirche in Regensburg; das Requiem von Gounod und die Psalmen von Dvôrák in München und Ottobeuren; mehrmals den Liederzyklus Die Schöne Müllerin von Franz Schubert, die Italienischen Lieder von Hugo Wolf, Brahms’ Liebeslieder und Neue Liebeslieder und Joseph im Oratorium L’Enfance du Christ, die Canzoni von Francesco Paolo Tosti und Joseph im Oratorium L’Enfance du Christ von Hector Berlioz. Im Este-Schloss von Ferrara sang er die Lieder eines fahrenden Gesellen von Gustav Mahler zusammen mit der Orchestra Città dì Ferrara.
Er arbeitete u.a. mit Cesare Lievi, Christian Pöppelreiter, Alexander Schulin, Doris Dörrie, Toni Servillo, Axel Köhler, Stefano Monti, Anthony Pilavachi und Beverly Blankenship zusammen und wurde dirigiert von Zoltán Peskó, Alistair Dawes, Adriano Martinolli d’Arcy, David Stahl, Markus Poschner, Reinhard Seifried und Arthur Fagen.
Giulio Alvise Caselli war Finalist beim Internationalen Gesangswettbewerbs Toti dal Monte 2007 in Treviso.
In der Spielzeit 2007/08 gastierte er erfolgreich als Figaro in Rossinis Barbier von Sevilla im Theater Freiburg sowie im Theater Augsburg, als Marullo in Verdis Rigoletto im Theater Aachen und als Frédéric in Lakmé von Leo Delibes im Theater Bielefeld. In der Pasinger Fabrik trat er als Guglielmo in Così fan tutte auf; an der Münchener Kammeroper sang er den Graf Hasdrubal in Dominik Wilgenbus‘ Inszenierung von Rossinis Pietra del Paragone.
In der Spielzeit 2007/08 stand er erneut als Figaro auf der Bühne des Dortmunder Theaters in der Wiederaufnahme von Rossinis Barbier von Sevilla; er sang außerdem die Liebeslieder und Neue Liebeslieder von Brahms in Venedig und den Papageno (Die Zauberflöte) im Teatro Coccia von Novara.
Im Juli 2009 sang er Figaro in Paisiellos Barbiere di Siviglia für die Fondazione Cantiere Internazionale d’Arte di Montepulciano in Italien und den Hidulfus in Schumanns Genoveva bei “opera incognita” in München. 2009 gastierte er als Momus (Rameus Platée) am Theater Linz. Er wurde wieder eingeladen, 2010 Frédéric in Lakmé zu singen. 2011 kehrt er zudem als Marcello (La Bohème) dorthin zurück.
Mit Beginn der Spielzeit 2011/12 ist Giulio Alvise Caselli Ensemblemitglied des Theaters Augsburg. Dort gibt er im September 2011 seinen Einstand als Graf (Le nozze di Figaro).
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